Mosambik

Als wir noch in Namibia waren, hat uns Gott spontan gezeigt, dass wir als Nächstes nach Mosambik gehen sollen, um den Menschen nach dem Wirbelsturm Idai zu helfen und zu dienen. Wir hatten die Möglichkeit, auf eine Mangofarm zu gehen, die einem Freund der Familie gehört. Isak’s Vater (Jaco) war bereits dort und half aktiv bei den Hilfsaktionen mit. Die Farm befindet sich in der Provinz Manica, ein Gebiet, das nach dem Zyklon stark von der Überschwemmung betroffen war. Auf der Fahrt dorthin, sahen wir die Zerstörung, die die Flut hinterlassen hatte. Drei Wochen nach dem Zyklon, begann sich die Landschaft langsam zu erholen, aber der Schaden war immer noch gut zu sehen. Die Häuser und Hütten waren komplett zerstört und ganze Dörfer wurden weggeschwemmt. An einigen Stellen sahen wir Äste und Pflanzen in den Stromkabeln hängen, die sich fast acht Meter über dem Boden befanden. Es war schwer vorstellbar, dass die Strasse vor kurzem mit mehr als acht Metern Wasser bedeckt war.

Zerstörung der Flut Zerstörung der Flut

Als wir auf der Farm ankamen, verliess gerade das letzte dort stationierte Notfallteam die Farm. Alle Menschen in der Umgebung wurden mit Essen und Unterkünften (Zelten) versorgt und die Menschen hatten für’s Erste alles, was sie für den Moment brauchten. Wir starteten unseren Outreach mit einem Gebetsspaziergang durch die Gegend und baten Gott, die Dinge auf unser Herz zu legen, die er für uns geplant hat. Wir begegneten einigen Einheimischen und sahen, dass der Bedarf gross war. Wir wussten, dass wir auf Gott vertrauen müssen, dass er uns zeigt, wo und auf welche Weise wir helfen können.

Drei einheimische Frauen Drei einheimische Frauen

Unsere erste Möglichkeit, jemandem zu helfen war, als eine Frau, Amélia, auf uns zukam und uns fragte, ob wir ihrem Kind helfen können, da es Durchfall habe. Jaco hatte gerade etwas dabei, das er dem Baby geben konnte. Junia verstand sich von Anfang an sehr gut mit der Mutter und als wir zurückkamen, ging es dem Baby schon besser. Amélia fragte Junia, ob sie ihr Englisch beibringen könne, da sie die Sprache besser sprechen möchte. Dies war der Beginn einer Freundschaft, die sich für den Rest der Zeit fortsetzte. Junia kehrte mehrere Male zurück zu Amélia und verbrachte viel Zeit mit ihr. Am Schluss konnte sie ihr sogar eine Bibel schenken.

Junia mit Amélia und einer anderen Frau Junia mit Amélia und einer anderen Frau

Am Anfang unserer Zeit, als wir noch auf unserem Gebetsspaziergang waren, trafen wir eine Frau namens Arminda. Sie ist Mutter von sieben Kindern und verlor ihren Ehemann vor über einem Jahr. Als wir sie zum ersten Mal besuchten, sah sie sehr traurig und krank aus. Ihre Hütte hatte keine Wände mehr und war der einzige Ort, an dem sie schlafen konnte. Die anderen beiden Häuser, die sich auf ihrem Grundstück befanden, waren entweder völlig zerstört oder kaum wohnbar. Wir hatten das Gefühl, dass Gott uns gesagt hat, dass wir ihr helfen sollen. Am nächsten Tag kehrten wir mit einem Übersetzer zurück, um ihr zu erklären, dass wir ihr helfen wollen, ihr Haus zu reparieren. Sie war sehr dankbar. Nachdem wir ihr Medizin gegeben haben, räumten wir ihr Grundstück auf und befestigten die Blache rund um die Hütte. Wir haben ihr auch eine Decke, Kleider und Essen gebracht, da alle ihre Sachen von der Flut weggespült worden waren. Es war wunderschön zu sehen, wie die Lebensfreude zurück in ihr Leben kam. Am Schluss unserer Zeit, machte sie sogar Witze mit uns und freute sich immer enorm, wenn wir sie besuchten. Dies war ein absolutes Highlight von unserer Zeit in Mosambik.

Arminda's Hütte: vorher Arminda's Hütte: vorher

Arminda's Hütte: nachher Arminda's Hütte: nachher

Jaco hatte bereits Kontakt mit einigen Lehrern von der Umgebung, bevor wir in Mosambik ankamen. Gott hat es auf sein Herz gelegt, weiterhin Zeit mit ihnen zu verbringen. Eines Abends, wollte er eine Bible Study mit ihnen machen, während Junia zu Hause blieb und ausdrücklich für diese Zeit betete. Als Jaco zurückkam, erzählte er uns begeistert, dass sich ihr Verhalten völlig verändert habe und dass sie sich ihm zum ersten Mal geöffnet haben und über die Flut sprachen. Sie erzählten ihm, dass sie sich drei Tage lang an einem Baum festhalten und um ihr Leben kämpfen mussten. Sie sahen, wie andere Menschen keine Kraft mehr hatten und ihre Kinder oder sogar sich selbst loslassen mussten. Einer der Lehrer erzählte ihm sogar, dass es sich so angefühlt habe, als ob Gott seine Hand hielt, als er keine Kraft mehr hatte. Es war eine emotionale und gute Zeit für Jaco und die Lehrer, da sie gemeinsam über das, was passiert war, trauern konnten. Wir sahen, wie wir den spirituellen Kampf mit Gebet gewinnen können und sich somit die Menschen uns gegenüber langsam öffneten.

Ein zerstörtes Haus in Pambanisa Ein zerstörtes Haus in Pambanisa

Jaco erzählte uns von einem Dorf namens Pambanisa und dessen Chief, den ihn dazu eingeladen habe, ihn zu besuchen. Pambanisa liegt auf der anderen Seite des Buzi Rivers. Da die Brücke von der Flut mitgerissen wurde, war Pambanisa nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Um dorthin zu gelangen, mussten wir zuerst mit dem Auto 36 km nach Dombe fahren, das uns aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse über eine Stunde brauchte. Anschliessend überquerten wir den Fluss, der noch wilde Krokodile und Flusspferde hat, mit einem Kanu aus Baumrinde. Als wir auf der anderen Seite angekommen waren, radelten wir mit unseren Velos ca. sieben Kilometer auf einem schmalen Weg durch den Busch nach Pambanisa. Unterwegs hielten wir bei einem kleinen Lädeli an und kaufte uns eine Cola. Als wir der Verkäuferin eine portugiesische Bibel schenkten, war sie überwältigt vor Freude, da ihre Bibel von der Flut weggespült worden war. Als Nächstes stoppten wir vor einem Haus, bei dem uns ein Englisch sprechender Mann begrüsste. Während wir uns miteinander unterhielten, kam plötzlich der Chief aus dem Haus, von dem Jaco eingeladen worden war. Dies war ein Wunder für uns, da wir ihm nichts davon erzählt haben, dass wir nach Pambanisa kommen werden. Gott hatte uns direkt zu ihm geführt. Jaco war voller Freude, als er ihn sah und gab allen eine portugiesische Bibel. Sie erzählten uns, wie die Flut kam und sich alle Schutz in den Bäumen und auf den Dächern suchten, um überleben zu können. Viele Menschen haben ihr Leben verloren, da sie nicht schwimmen können. Schliesslich bat uns der Chief, unsere Kirche zu Hause zu bitten, jemanden nach Pambanisa zu schicken, um eine Kirche zu starten und das Evangelium zu bringen. Gemeinsam beteten wir, dass Gott jemanden nach Pambanisa senden wird, um das Evangelium zu unterrichten.

Das Team: Junia, Isak und Jaco Das Team: Junia, Isak und Jaco

Nach Mosambik zu gehen, war für uns ein grosser Glaubensschritt, aber wir konnten sehen, wie Gott uns genau zum richtigen Zeitpunkt dorthin geführt hatte, um das zu tun, was er für uns vorbereitet hatte. Als die Kinder uns am letzten Abend nach Hause begleiteten, näherten sie sich Junia und nahmen zum ersten Mal ihre Hände. Dies war bei unserer Ankunft kaum vorstellbar, da die Kinder sehr zurückgezogen, ängstlich und schüchtern waren. Mit diesem berührenden Abschlussbild blicken wir auf eine wunderschöne Zeit zurück und werden die Menschen von Mosambik vermissen.

Dafür sind wir dankbar:


Gebetspunkte: